Ein besserer Kampf gegen Steuerhinterziehung führt zu mehr Gerechtigkeit

Heute Morgen hat der Sonderausschuss zu Finanzkriminalität, Steuerhinterziehung und Steuervermeidung (TAX3) des Europäischen Parlaments seinen Abschlussbericht angenommen. Dies ist bereits der vierte Ausschuss, der sich mit diesem Thema befasst, das mit den zahlreichen Skandalen und Leaks der letzten Jahre sehr prominent wurde und die für die zentrale Frage der Solidarität in unserer Gesellschaft und zwischen den Mitgliedstaaten steht.
Wir stehen in der Tat vor großen Herausforderungen. Unsere Steuersysteme sind den neuen Realitäten einer globalen und digitalen Wirtschaft, in der es sehr schwer ist, Wertschöpfung mit einem bestimmten geographischen Ort zu verbinden, nicht gewachsen. Dies führt zu viel Ungerechtigkeit. Der globale Multi, der seine Gewinne zwischen den Ländern hin- und herschiebt zahlt einen sehr geringen Steuersatz, während der kleine Unternehmer eine viel höhere Steuerlast hat. Ich bedauere, dass sich ganze Ökosysteme geschaffen haben, die großen Unternehmen und reichen Personen helfen, ihr Vermögen vor dem Fiskus zu verstecken.
In meiner Arbeit zu diesen Themen, ist mir besonders aufgefallen, dass wir eine bessere Zusammenarbeit und Koordinierung der verschiedenen Behörden brauchen, besonders grenzüberschreitend. Ich begrüße deshalb auch, dass es auf internationaler Ebene im Rahmen der OECD weitere Bemühungen gibt unter dem Namen BEPS 2.0.
Ich bedauere allerdings, dass die Diskussion allzu oft vor allem um gegenseitige Anschuldigungen dreht. So kommen wir nicht weiter, sondern wir sollten stattdessen konstruktiv zusammenarbeiten, für einen effektiveren Kampf gegen diese Praktiken und für mehr Gerechtigkeit in Steuerfragen.

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