Kein Plastik in unseren Ozeanen!

In den letzten 65 Jahren veränderte der industrielle Einsatz von Kunststoff unseren Alltag radikal und verhalf vielen Bereichen zum wirtschaftlichen Aufschwung. Heute müssen wir uns jedoch fragen, welche Welt wir der kommenden Generation hinterlassen wollen. Denn die Zahlen zum Plastikmüll sind erschreckend. So werden in Europa jährlich 150.000 Tonnen Kunststoff im Meer entsorgt. Dies entspricht dem Gewicht von 150.000 Kleinwagen! Global gesehen ist die Lage sogar noch besorgniserregender: geschätzte 8 Millionen Tonnen gelangen jedes Jahr in unsere Ozeane. Ohne jegliche Gegenmaßnahmen wird es 2025 mehr Kunststoff als Fische in unseren Weltmeeren geben.

Mit der Richtlinie über eine Verringerung der Verwendung von Kunststofftüten (COM(2013)761) hat die EU bereits einen ersten Schritt in die richtige Richtung gemacht. Heute erfolgte ein weiterer. Das Europäische Parlament hat den Legislativvorschlag zur Verringerung der Auswirkungen bestimmter Kunststoffprodukte auf die Umwelt mit großer Mehrheit angenommen. In dem Vorschlag werden die zehn wichtigsten Quellen von Makrokunststoffen ins Visier genommen, die 70% der Meeresabfälle ausmachen. So sollen auf EU-Ebene Produkte aus Einwegkunststoffen, wie zum Beispiel Besteck, Teller, Wattestäbchen oder Trinkhalme, verboten werden, sofern es Alternativen gibt. Darüber hinaus sollen die Mitgliedstaaten sicherstellen, dass bis 2025 mindestens 90% aller Getränkeflaschen getrennt gesammelt werden. Eine weitere Massnahme besteht in der Ausweitung der Herstellerverantwortung auf alle Produktkategorien, mit Ausnahme der Hygieneeinlagen. Zu dieser Verantwortung gehören u.a. die Kosten für die Sammlung, Säuberungsaktionen sowie Maßnahmen zur Sensibilisierung der Öffentlichkeit.

Ich bin stolz darauf, dass unsere Fraktion der Sozialdemokraten voll und ganz hinter diesen Maßnahmen steht. Dies zeigt, dass die Sozialdemokraten gewillt sind das Problem anzupacken. Wir sind der Überzeugung, dass dieser Vorschlag sowohl für die Umwelt als auch für die Wirtschaft von Vorteil ist. Nichtsdestotrotz benötigt es einer globalen Strategie, wollen wir das Problem wirklich in den Griff  bekommen. Die Bekämpfung von Plastikmüll in den Weltmeeren macht bekanntlich keinen Halt an den Landesgrenzen. Die Europäische Union muss als Sprachrohr eines verantwortungsbewussten Umgangs mit Kunststoff agieren, auch auf globaler Ebene.

 

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