Gleichstellung zwischen Mann und Frau

Anwendung der Richtlinie 2006/54/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 5. Juli 2006 zur Verwirklichung des Grundsatzes der Chancengleichheit und Gleichbehandlung von Männern und Frauen in Arbeits- und Beschäftigungsfragen

(2014/2160(INI))
Berichterstatterin: Anna Záborská

Das Europäische Parlament verabschiedete gestern, mit großer Mehrheit, einen Bericht zur Chancengleichheit und Gleichbehandlung von Männern und Frauen in Arbeits-und Beschäftigungsfragen.

Seit der Verabschiedung der römischen Verträge im Jahr 1957, sind Gleichbehandlung und der Grundsatz der Nichtdiskriminierung im europäischen Primärrecht verankert. Dennoch muss sich die EU eingestehen, dass sie mehr als ein halbes Jahrhundert später, bei der Umsetzung eines ihrer Hauptprinzipien „des gleichen Entgelts für Frauen und Männer“ versagt hat.

Das geschlechtsspezifische Lohngefälle beträgt im EU-Durchschnitt ca. 16%, ist aber zwischen den einzelnen Mitgliedstaaten unterschiedlich stark ausgeprägt. So beträgt es ca. 22,1% in Tschechien und 5,1% in Malta oder 8,6% in Luxemburg.

In einer Resolution forderte das Parlament die Europäische Kommission heute dazu auf, die geltende Richtlinie zu überarbeiten, sodass die Mitgliedstaaten die Gleichstellung von Mann und Frau auf dem Arbeitsmarkt aktiv vorantreiben und in nationales Recht umsetzen.

Das EU Parlament verlangt deshalb die Einsetzung von obligatorischen Entgeltprüfern für große, börsennotierte Unternehmen, sowie finanzielle Sanktionen (z.B.s Streichen von EU Geldern) beim Verstoß gegen das Gleichheitsprinzip.

Gleichstellung bedeutet aber auch, dass Frauen und Männer die gleichen Chancen erhalten um sich auf dem Arbeitsmarkt zu entfalten und zu entwickeln. Um die Zahl der Frauen in Betriebsräten von großen Unternehmen zu erhöhen, spricht sich die sozialdemokratische Fraktion für die Einführung von Quoten aus. Nur so können man die noch immer existierende „gläserne Decke“ brechen.

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