EU ohne Großbritannien

Pressemitteilung

Die Briten haben sich mit einer Mehrheit von 51,9% für den Austritt ihres Landes aus der Europäischen Union entschieden. „Ich bedauere aber respektiere die Entscheidung des britischen Volkes. Der Brexit wird sowohl für die Briten als auch für die EU negative wirtschaftliche und politische Folgen mit sich bringen“, so die sozialistische EU-Abgeordnete Mady Delvaux.

Äußerst enttäuscht zeigt sich Mady Delvaux jedoch über den allgemeinen Verlauf der Debatte um das Referendum: „Die Debatte war geprägt von Fehl- und Falschinformationen, es ging nicht um Inhalte und noch weniger um die Europäische Union. Die Befürworter eines Brexits schürten ein Klima von Hass und Angst in welchem nationalistische Auswüchse und die verkrampfte Verteidigung einer Identität, die als zutiefst bedroht dargestellt wurde, in den Vordergrund getreten sind. Der tragische Tod von Jo Cox war in gewisser Weise die extremste Äußerung dieser hasserfüllten Stimmung und genau deshalb müssen wir nun, auch ohne Großbritannien, für ihre Werte und für mehr Toleranz kämpfen. Ich wünsche dem britischen Volk, dass es, ganz im Sinne von Jo Cox, diese tiefe Spaltung überwinden kann, welche sich in den letzten Monaten merklich durch die ganze Gesellschaft gezogen hat.“

Unabhängig vom Resultat des Referendums hat die Debatte einerseits die Handlungsfähigkeit der EU seit Monaten gelähmt und andererseits klar gezeigt, dass wir unsere politische Herangehensweise radikal ändern müssen. Anstatt sich gegenseitig Steine in den Weg zu legen, ist es an der Zeit, dass die EU-Mitgliedstaaten wieder verstärkt kooperieren und gemeinsam nach Lösungen suchen. Wir müssen die europäischen Bürger wieder verstärkt in den Entscheidungsprozess einbinden und ihnen das Gefühl wieder zurückgeben, dass sie das Fundament dieses, im Grunde sehr noblen, Konstrukts sind.

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